Esche und Kirsche, Bergahorn und vor allem die duftende Zirbelkiefer, die in den höheren Lagen des Ahrntals gedeiht, bilden die Grundlage für die traditionelle Südtiroler Holzschnitzkunst, die besonders in der Dolomitenregion stark verbreitet ist.
So wird jener, der durch Olang flaniert, kaum an der schmucken Holzschnitzerei von Konrad und Rosa Bachmann vorbeikommen. Präzision und Qualitätsverständnis, Kunstsinn und Kreativität sieht man den Engeln, die dort in Reih und Glied Frohbotschaften verkünden, ebenso an wie den sakralen Figuren, Kruzifixen, Krippen und ‚weltlichen‘ Kunstwerken.
Im Geschäft befindet sich auch die Schnitzerei selbst, wo man dem Meister, der übrigens in der berühmten Kunstschule St. Ulrich in Gröden gelernt hat, bei seiner Arbeit zusehen kann.
Mitten in Niederolang, in einer kleinen, aber feinen Werkstatt, entstehen Instrumente, die weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt sind: handgefertigte Trommeln von Adrian Kirchler. Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein klassischer Handwerksbetrieb wirkt, entpuppt sich schnell als kreative Klangschmiede, in der Musik, Präzision und Leidenschaft aufeinandertreffen. Adrian begann seinen Weg als Goldschmied – ein Beruf, der viel Feingefühl, technisches Können und einen Sinn für Ästhetik verlangt. Doch seine zweite Leidenschaft, das Schlagzeugspielen, ließ ihn nicht mehr los. So entwickelte er über Jahre hinweg seine eigene Technik, um aus Metallen wie Kupfer, Messing und Bronze einzigartige Trommeln zu bauen. Anfangs ein Experiment, heute ein international geschätztes Handwerk.
Seit 2004 widmet sich Adrian Kirchler ganz dem Trommelbau. Jedes seiner Instrumente ist ein Unikat – individuell abgestimmt auf die klanglichen Bedürfnisse von Musikern aus aller Welt. Ob für große Rockbühnen, feine Kammermusik, anspruchsvolle Tonstudios oder leidenschaftliche Sammler: Adrian findet für jede Anforderung die perfekte Lösung. Dabei kommen nicht nur verschiedene Materialien zum Einsatz, sondern auch besondere Schmiedetechniken, kunstvolle Gravuren und sogar historische Modellrekonstruktionen.
Was seine Arbeit besonders macht, ist die Verbindung von traditionellem Handwerk mit musikalischem Feingefühl. Jedes Detail – von der Wandstärke des Kessels bis zur Bearbeitung der Oberfläche – beeinflusst den Klang. Durch gezielte Hammerschläge entstehen Strukturen, die nicht nur optisch beeindrucken, sondern auch den Sound formen. Diese Liebe zum Detail macht seine Trommeln so begehrt – auch bei den ganz Großen der Musikszene.
Zu seinen Kunden zählen unter anderem Musiker der Rolling Stones, Joe Cocker, Toto, Paul McCartney oder die Wiener Philharmoniker. Einige von ihnen besuchen Adrian sogar persönlich in Olang, andere laden ihn zu Konzerten ein, wenn sie mit seiner Trommel auf Tournee sind. Besonders stolz ist Adrian auf eine Trommel, die er anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der legendären Schlagzeugmarke Ludwig fertigen durfte – ein historisches Modell von 1909, kunstvoll rekonstruiert und vergoldet. Ein echtes Meisterwerk.
Trotz des internationalen Erfolgs ist Adrian bodenständig geblieben. Seine Werkstatt ist ein Ort der Kreativität und Hingabe, in dem pro Jahr rund 40 bis 60 Instrumente entstehen – mit einer Wartezeit von bis zu zwei Jahren. Für seine Kunden ist das kein Hindernis, sondern ein Qualitätsmerkmal. Neben seiner Tätigkeit als Instrumentenbauer ist Adrian auch selbst musikalisch aktiv. Mit seiner Band „Queen Laurin“ steht er regelmäßig auf der Bühne – natürlich mit seinen eigenen Trommeln. Hauptsächlich baut er Snaredrums, fertigt auf Wunsch aber auch ganze Schlagzeuge.
Adrian Kirchler zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig und lebendig Handwerk in Olang sein kann. Mit Können, Mut und viel Herzblut hat er sich eine internationale Nische geschaffen – und bringt dabei die Musik ein Stück näher an ihre handgemachten Ursprünge zurück.